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Sebastian Kördel gewinnt Racing und Slalom DM-Titel beim Multivan Surf Cup auf Sylt


Nach fünf Tagen endet in Westerland der Multivan Surf Cup Sylt. Im Rahmen der ersten Großveranstaltung auf der Nordseeinsel seit Beginn der Corona-Pandemie wurde die Deutsche Meisterschaft im Windsurfen ausgetragen. Bis auf den Freitag konnten an allen Tagen offizielle Wettfahrten ausgetragen werden. Am Finaltag erlaubten die guten Bedingungen sogar die Durchführung der Disziplin Slalom. Nach insgesamt sieben Wettfahrten in der Disziplin Racing konnte sich der Worldcup-Profi Sebastian Kördel (GER-220) aus Radolfzell mit vier Laufsiegen, zwei zweiten und einem dritten Platz durchsetzen und wurde als Deutscher Racingmeister 2021 gekürt.


Bereits am Eröffnungstag der DM legte Kördel die Grundlage für seinen Triumph in der Disziplin Racing. Mit konstant starken Top-3 Platzierungen ließ er seinen Konkurrenten keine Chance und wurde so überlegen Deutscher Meister. „Ich freue mich, dass ich hier beim Multivan Surf Cup auf Sylt dabei sein konnte. Normalerweise war das immer schwierig, weil parallel zur DM eigentlich immer der PWA Worldcup auf Fuerteventura stattfand. Umso schöner ist es, dass es jetzt auch mit dem Racingergebnis und dem DM-Titel so perfekt geklappt hat“, sagt Kördel.


Während Kördels DM-Sieg zu keinem Zeitpunkt gefährdet war, gestaltete sich der Kampf um den Vizemeistertitel spannend. Vor dem Finaltag lagen mit dem Flensburger Gunnar Asmussen (GER-2) und den beiden Kielern Michele Antoine Becker (GER-277) und Vincent Langer (GER-1) gleich drei Fahrer mit nur einem Punkt Abstand Kopf an Kopf im Klassement. So sollte die Entscheidung des Dreikampfes erst in den letzten Rennen am Abschlusstag fallen.


Bei fünf Windstärken aus Ost wurden am Finaltag noch einmal zwei Racings durchgeführt. Den ersten Lauf entschied Kördel für sich und sorgte damit für die finale Entscheidung im Titelkampf. Das zweite Rennen konnte Langer für sich entscheiden. Damit schaffte der Kieler im letzten Rennen den Sprung auf Platz 2 und sicherte sich so den Vizemeistertitel.


„Ich hatte einen unglücklichen Start in die DM. Aber ich kam dann immer besser ins Rennen und zum Ende bin ich mit meinem zweiten Platz sehr zufrieden. Toll, dass wir endlich wieder eine DM durchführen konnten“, so Langer.


Auf Platz drei folgte Gunnar Asmussen, der sich sehr zufrieden mit seiner Leistung zeigte: „Ich freue mich über meine Podiumsplatzierung. Noch im Herbst war aufgrund meiner Rückenverletzung nicht klar, ob ich überhaupt am Multivan Windsurf Cup teilnehmen können würde. Mit dem Dritten Platz bin ich jetzt auf jeden Fall voll im Angriffsmodus und freue mich auf die nächste Regatta in Zinnowitz!" In der Youth U20 Wertung siegte der Norweger Christian Linnerud (NOR-66) auf Platz sieben in derGesamtwertung vor Mats von Holten (GER-2019, Platz acht) aus Reinbek und dem Kieler Leo Richter(GER-442, Platz 11). Sein Bruder Anton Richter (GER-441) lag nur einen Platz dahinter und siegte so in der Junior U17 Wertung vor Leon Maethner (GER-34, Platz 29). In der Grandmaster Ü50 Wertung setzte sich Thies Paustian (GER-49) aus Kiel vor Bernd Timme (GER-1961) und Rolf Hauf (GER-786) durch.


Die fünf bis sechs Windstärken am Finaltag ermöglichten zum krönenden Abschluss der Deutschen Meisterschaften noch die Durchführungder Disziplin Slalom.


Hier wurde es zum Finale dramatisch. Sebastian Kördel qualifizierte sich zwar fürs Finale, hatte dann aber einenMastbruch. Nur weil ein anderer Fahrer mit Ersatzequipment herbeieilte und parallel beim ersten Start des Finales ein Frühstart passierte, blieb Kördel weiter im Rennen. Gleich vier Fahrer schieden aufgrund von Frühstarts aus. Es kämpften schließlich nur noch sechs Fahrer um den Sieg. Kördel setzte sich abermals durch und war zusätzlich durch das Ersatzmaterial nun mit Foil-Equipment unterwegs, während seine Konkurrenten mit Finnen-Setups fuhren. So konnte sich Kördel vor allem an den Halsen absetzen und Nico Prien auf Platz zwei verweisen. Auf Platz drei folgte der Norweger Christian Linnerud.


Bei langsam abnehmendem Wind konnte sogar noch eine zweite Slalomserie durchgeführt werden. In diesen Bedingungen zeigte sich das Potenzial des modernen Foil Equipments auf breiter Front. Die meisten Fahrer entschieden sich fürs Foil und profitierten von besseren Gleiteigenschaften vor allem in den Manövern. Lediglich das Finale wurde nicht mehr ausgetragen, so dass alle Finalisten die gleiche Punktzahl in die Slalom Ergebnisliste einbringen.


Sebastian Kördel setzte sich am Finaltag auch in der Disziplin Slalom durch und ist so gleich zweifacher Deutscher Windsurf Meister 2021. „Ich hatte richtig Glück. Ohne die Frühstarts und die Hilfe von Kai Paustian mit dem Ersatzequipment hätte es nicht geklappt. Deshalb vielen Dank an ihn!", freut er sich.


Auch für Nico Prien (GER-7) endet die DM beim Multivan Surf Cup auf Sylt erfolgreich. Mit dem letzten Slalom schiebt sich der Schönberger noch auf Platz 2 und ist damit Vizemeister im Slalom. „Das war eine super Veranstaltung. Wir hatten tolle Bedingungen und ich hatte einen engen Fight mit Basti Kördel. Er auf dem Foil, ich auf der Finne. Letztendlich ging er als Sieger vom Wasser. Aber das ist ok. Ich bin mit dem Vizemeistertitel sehr zufrieden", sagt Prien. Den dritten Platz im Slalom belegt der Kieler Lars Paustian (GER-5) vor Gunnar Asmussen und Christian Linnerud.


In der Youth U21 Wertung siegte der Norweger Christian Linnerud vor Jonne Heimann (GER-107) und Mats von Holten (GER-2019). Bei den Junioren lag abermals Anton Richter vor Leon Maethner. Beste Dame wurde Josefine Stutz, während bei den Grandmastern Oliver Schott (GER-29) triumphieren konnte.


Der Multivan Surf Cup Sylt war die erste Großveranstaltung auf Sylt seit Beginn der Corona-Pandemie. Viele Insulaner und Sylt-Gäste haben diesem ersten Erwachen aus dem Dornröschenschlaf entgegengefiebert. Gleichzeitig bestanden aber auch Ängste und Sorgen. Deshalb hat es im Vorfeld der Veranstaltung intensive Abstimmungen zwischen dem Veranstalter, dem ISTS, den Behörden auf Sylt und dem Kreis Nordfriesland gegeben. Das Hygienekonzept ging über die Mindestanforderungen der Landesverordnung zur Coronabekämpfung hinaus. Große Teile der Veranstaltungsfläche wurden bei der Kapazitätsberechnung des Geländes nicht berücksichtigt. So bestanden stets großzügige Räume, um den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Außerdem wurde die 3G-Regel umgesetzt. So wurde das Infektionsrisiko im Rahmen der Veranstaltung minimiert.


„Beim Multivan Surf Cup Sylt ist es hervorragend gelungen, eine Balance zwischen dem notwendigen Schutz von Besuchern, Mitarbeitern und Sportlern und der Organisation einer Großveranstaltung zu realisieren. Damit wurde der Rahmen für die Durchführung der Deutschen Meisterschaft im Windsurfen geschaffen. Ich möchte mich bei allen Besuchern für das Verständnis und die Kooperation bedanken. Teilweise musste man lange warten, um das Veranstaltungsgelände betreten zu können. Kapazitätsbeschränkungen, die 3G-Regel und die Kontaktdatenerfassung erforderten Geduld auf Seiten der Besucher. In der aktuellen Corona-Situation war eine verantwortungsvolle Durchführung jedoch nur in einem solchen Rahmen möglich“, sagt Matthias Regber von der Choppy Water GmbH.


Das Wichtigste war aber natürlich, dass nach einem Jahr Pause endlich wieder eine DM im Windsurfen durchgeführt werden konnte. Sylt zeigte sich wieder einmal von seiner besten Seite. Der Brandenburger Strand vor Westerland gilt als eines der anspruchsvollsten und vielfältigsten Reviere der Welt. Die Aktiven und die Zuschauer erlebten fünf sensationelle Tage mit hochklassigem Windsurfsport auf dem Wasser und zum ersten mal auch wieder einem Event-Setup auf der Promenade.


Die Windsurfer haben jetzt einige Wochen Pause, bevor es in Zinnowitz auf Usedom beim dritten Tourstopp des Multivan Windsurf Cups mit der deutschen Spitzenserie im Windsurfen weitergeht.


Im kommenden Jahr werden die Windsurfer wieder zum traditionellen Termin am letzten Juli-Wochenende zur Deutschen Meisterschaft an den Brandenburger Strand zurückkehren. Vom 27. bis zum 31. Juli wird man dann wieder die Wettbewerbe der Windsurf-Elite bewundern können. - Dann hoffentlich auch endlich ohne die aktuellen Corona-Beschränkungen.

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